na
 
  
Sehr geehrte Sportsfreunde,
                                                                   liebe Türkgücü Gemeinde

seit nun mehr als 35 Jahren hat Türkgücü in Germersheim Bestand.

In den ersten Jahre nach der Gründung 1973 hatte Türkgücü den Status einer Freizeitmannschaft, die gelegentlich Spiele gegen türkische Mannschaften aus türkischen Fußballverbänden bestritt.(1973-1987).

Seit 1973 wird unter dem Namen Türkgücü in Germersheim ohne Unterbrechung Fußball gespielt. Seit her bietet der FVT allen Menschen unterschiedlicher Kultur unter dem Dach des Sports eine familiäre Gemeinschaft.

Dieses Familie würde heute nicht bestehen, wenn damals unser ehrwürdiger und mittlerweile verstorbener Vorsitzender Ismet Yildirim nicht so ein festes Fundament gegossen hätte. Er wird in den Gedanken von vielen Türkgücü Sportlern und Vereinsverantwortlichen weiter leben und in der FV Türkgücü Geschichte einen besonderen Platz haben.

Es war Herr Sait Kont (heute Ehrenvorsitzender), der damals den Weg für den Status eines eingetragenen Vereins ebnete. Seinen Bestrebungen ist es zu verdanken, dass sich unsere damaligen Verantwortlichen den Mut fassten und sich zu diesem Schritt, den FV Türkgücü in den Südwestdeutschen Fußballverband einzubinden, durchgerungen hatten.

 Dies war ein wichtiger Schritt und die Basis für die weitere Entwicklung des Vereins. Trotz bescheidener Mittel und ohne öffentliche Unterstützung haben es meine Vorgänger geschafft über all die Jahre aktive Mannschaften   aufzustellen und den Verein über all die Jahre aufrecht zu erhalten. An dieser Stelle möchte ich mich bei all meinen Vorgängern und besonders bei Herrn Sait Kont für ihre engagierte Arbeit bedanken.

Einige meiner Vorgänger waren sehr mit ihrer Heimat verbunden und sahen sich in erster Linie als Gastarbeiter. Das wundert mich nicht, denn es wurde ihnen ja auch immer wieder deutlich gemacht, dass sie bitte nach getaner Arbeit in ihre Heimat zurückgehen sollen. Rückkehrprämien und andere politische Maßnahem belegen diese Haltung der Politik. Meines Erachtens war dies mit  der Grund, warum sie nicht den Mut und den Willen hatten, den Schritt, den Sait Kont damals durchgesetzt hatte, weiter zu verfolgen und den Verein weiter auszubauen. Wenn man durchweg mit gepackten Koffern lebt und die Rückkehr in die Heimat vor Augen hat, ist es schwierig Visionen und Konzepte für die Zukunft zu entwickeln

Als vor etwa sieben Jahren der Verein sportlich und wirtschaftlich vor dem Ende stand, leitete mein Vorgänger Cengiz Yüksel zusammen mit Mevlüt Yilmaz einen Generationswechsel ein und legte damit den Grundstein für eine neue Vereinsära. Wir haben den Verein nach außen geöffnet und verstehen uns nicht als Gäste dieses Landes. Wir sind ein Verein der Stadt Germersheim und ein Teil dieser Gesellschaft. Längst haben wir realisiert, dass die meisten von uns höchstwahrscheinlich nicht in die Türkei zurückkehren werden. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, hier  Verantwortung zu übernehmen und nachhaltig Vereinsarbeit zu betreiben. Um diesem Gedanken Nachdruck zu verleihen und ein Zeichen zu setzen, haben wir die türkische Fahne aus unserem Vereinsemblem herausgenommen und gegen das Germersheimer Stadtlogo ausgetauscht. Dies war kein einfacher Schritt und wurde zunächst auch von vielen Vereinsmitgliedern heftig diskutiert. Unserer Meinung nach aber bringt der Vereinsname "Türkgücü" unsere Wurzeln, auf die wir natürlich stolz sind,  ausreichend zum Ausdruck.

Dieser Paradigmenwechsel soll ein Aufruf an alle Migranten in Germersheim sein, die Identifikation mit ihrer Stadt zu stärken und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Unserem selbst gesteckten Ziel, Mittler zwischen Kulturen zu sein, gerecht zu werden, bieten wir neben unseren sportlichen Aktivitäten auch viele andere Events und Veranstaltungen für ein besseres Miteinander.

Ich denke, dass uns inzwischen unsere Mitstreitern der Region nicht mehr mit den Vorurteilen und dem Misstrauen begegnen, wie es noch vor  mehreren Jahren der Fall war. Auseinandersetzungen zwischen gegnerischen Fans und Spielern gehören längst der Vergangenheit an. Wir verstehen Fußball als eine gemeinsame Sprache aller Menschen, die verbindet und zusammenschweißt. Die Wahnsinns WM in Deutschland war der beste Beweis dafür, dass Fussball weder Rassen unterscheidet noch andere Barrieren kennt.

Mit dem Vertrauen, dass mir die Mitglieder des FV Türkgücü Germersheim zugesprochen haben, werde ich mich weiter für eine nachhaltige Vereinsarbeit einsetzen und daran arbeiten, unserem Anspruch Mittler zwischen Kulturen zu sein, weiter gerecht zu werden und neue Impulse zu setzen. Das Gelingen des Sportplatzprojektes ist dabei mein größtes Anliegen und  Grundvoraussetzung überhaupt für das weitere Bestehen unseres Vereins.

   mit freundlichen Grüßen

          Ziya Yüksel

          1. Vorsitzender

 

 
 

 
Design provided by our source for free website templates